Ev. - Luth. Kirchenkreis Plön-Segeberg

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„Solitude“ – oder von der glücklichen Einsamkeit


„Bist du eigentlich nicht einsam?“
Als Single hört man nicht selten diese Frage mit einem Ton, der so klingt, als würde man abends weinend eine Tiefkühlpizza umarmen.
Die ehrliche Antwort lautet: Manchmal schon. Aber liegt es immer an der Einsamkeit?
Im Englischen gibt es zwei Wörter für das, was wir im Deutschen beides mit „Einsamkeit“ übersetzen. „Loneliness“ beschreibt das schmerzhafte Gefühl, dass jemand fehlt. „Solitude“ dagegen meint etwas anderes, was ich übersetzen würde als: das freiwillige Alleinsein. Den Moment, in dem niemand etwas von einem will. Wenn die Haustür ins Schloss fällt, und man seinen Freiraum und Zeit für sich genießt.
Interessanterweise hat das mit dem Beziehungsstatus erstaunlich wenig zu tun. Man kann auch mitten unter Menschen einsam sein. Ganz ohne Gemeinschaft als soziales Wesen, dann fehlt mir was. Sich zurückziehen können, hat aber auch seine Qualität. Das war auch so ein Jesus Ding, nachdem er ein Bad in der Menschenmenge genommen hat.
Es gibt Abende, an denen sich die Wohnung unangenehm still anfühlt. Und es gibt Abende, an denen dieselbe Stille wie ein Geschenk wirkt. Ich kann gar nicht genau sagen, worin der Unterschied liegt. Ich weiß nur, dass Ersteres selten vorkommt.

Pastorin Eva Rahnenführer, Friedenskirchengemeinde Plön