Begegnung mit Fremden
Im siebten Kapitel des Markusevangeliums steht eine ganz erstaunliche Geschichte: eine Frau hat eine Tochter, die schwer krank ist. Sie kommt zu Jesus und bittet ihn, ihrer Tochter zu helfen. Jesus lehnt ab. Schließlich ist die Frau eine Fremde, eine Ausländerin. Sie kommt aus einem anderen Volk und hat eine andere Religion. Und er ist doch nur zu den Kindern Israels gesandt: „Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.“, sagt Jesus zu ihr.
Die Frau aber lässt sich nicht abwimmeln. Geschickt dreht sie ihm sein eigenes Bild im Mund um: „Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.“ und überzeugt ihn, dass Gottes Liebe und Jesu Auftrag auch für die Fremden gilt.
Erstaunlich finde ich diese Geschichte, weil sie mir zeigt, dass die Begegnung mit Fremden so bereichernd sein kann, dass selbst Jesus aus einer solchen Begegnung etwas entscheidendes lernen konnte.
In den Sommerferien werden manche vielleicht in die Fremde fahren - und das muss ja manchmal gar nicht so viele Kilometer entfernt sein.
Und auch vor Ort gibt es ja viele Möglichkeiten die eigene Weltsicht mal durchpusten zu lassen. Sei es beim Tag der offenen Moschee, einer interkulturellen Woche - oder ganz zufällig bei der Arbeit, in der Schule oder beim Sport.
Ich wünsche Ihnen dort spannende Begegnungen mit fremden Menschen.
Pastor Dittmers, Kirchengemeinde Segeberg