Es ist Sommer.
Und damit ändern sich die Räume und Zeiten unseres Alltags. Die Schule schließt am Freitag ihre Türen. Koffer werden gepackt. Mancher Arbeitsplatz bleibt für eine Weile leer. Vielleicht aber nicht nur wegen der Reise oder der freien Tage. Sondern weil für einen Moment etwas anders wird. Nicht jeder Tag folgt dem gewohnten Takt. Die Bibel kennt diesen Gedanken. Im Buch Prediger heißt es: „Ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ Es gibt Zeiten des Arbeitens und Zeiten des Ausruhens. Nicht jede freie Stunde muss gefüllt werden. Nicht jeder Augenblick braucht einen Zweck. Einfach dasitzen und umherschauen. Hier im Norden fällt uns das sicherlich leichter. Der Blick über die Felder, auf die Ostsee und bis zum Horizont erinnert daran, dass die Welt größer ist als das, was uns gerade beschäftigt. Und vielleicht ist das schon der Anfang von Ferien. Nicht erst auf der Reise. Sondern dort, wo die Gedanken weiter werden und das Leben für einen Moment mehr Raum bekommt. Solche Augenblicke lassen sich nicht planen. Aber sie gehören zu den kostbarsten Zeiten des Jahres. Ferien! Ein jegliches hat seine Zeit.
Pastorin Carolin Lilienthal, Kirchengemeinde Preetz