Ev. - Luth. Kirchenkreis Plön-Segeberg

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Rücksicht, Einsicht, Vorsicht

Ein Wort zum Alltag ganz ohne Corona wollte ich schreiben. Doch mein beruflicher und privater Alltag ist zu sehr geprägt von Suchbewegungen zwischen Aktivität und Rückzug, Nähe und Abstand, Zuversicht und Sorge. Es gibt kaum ein Gespräch ohne Austausch über unseren veränderten Alltag und über die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Virus.
Vor ein paar Tagen klang aus dem Radio der deutsche Beitrag zum Grand Prix d'Eurovision 1983. Es ist ein Liebeslied, der traurige Nachruf auf eine zerbrochene Beziehung. Ich sang spontan mit und merkte dabei, dass der Text wie für diese Zeit geschrieben ist.
„Rücksicht, keiner hat das Wort gekannt, und Nachsicht, die keiner bei dem andern fand, und Vorsicht, dass nie zerbricht, was uns verband. Einsicht, dass jeder seine Fehler hat, und Weitsicht, das Leben findet nicht nur heute statt, und Vorsicht, dass man den andern nicht zerbricht. Wir waren wie verwöhnte Kinder. Jeder dachte immer nur an sich.“
Machen wir es besser. Übernehmen wir weiter Verantwortung füreinander, statt wie verwöhnte Kinder nach einer Freiheit zu rufen, die im Moment nicht zu haben ist, nirgendwo auf der Welt. Lassen wir nicht zu, dass das schöne Lied zum Nachruf auf Sommer und Herbst 2020 wird, weil schwindende Rücksichtnahme zu unnötig viel Leid und Tod geführt hat. Jeder Mensch, dem wir begegnen, ist es wert, dass wir vorsichtig mit ihm umgehen. Wenn die Kraft zum Durchhalten nachlässt, hilft ein Gebet.

Julia Jünemann, Frauenarbeit Ev. Bildungswerk, Preetz