Weniger Besitz gleich mehr Glück
Aufräumen, Ausmisten, Minimalismus - ein Trend, der verspricht: Wenn wir uns von allem trennen, was wir nicht brauchen oder uns nicht glücklich macht, geht es uns besser. Weniger Stress, mehr Zeit soll uns belohnen, wenn wir Schublade für Schublade ausmisten. Ich finde es erstrebenswert und zugleich schwer zu erreichen. Schließlich kommen ja auch immer wieder neue Dinge hinzu. Was steckt eigentlich dahinter gerne mal „so richtig auszumisten“? Vielleicht der Wunsch nach Kontrolle und Übersicht, die „Dinge im Griff haben“, wenn jedes Objekt einen festen Platz in der Wohnung bekommt. Gute drei Monate liegen noch vor uns, in der die diesjährige Jahreslosung uns begleitet: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1. Thess 5,21) Drei Monate noch Zeit dieser Aufforderung gerecht zu werden. Was ist gut in meinem Leben? Was dient mir und anderen um erfüllt zu sein? Wo ist Gott mit dabei? Manchmal zeigt sich Gott gerade im Kleinen: im Loslassen, Aufräumen, Neuanfang. Auch darin kann sich Glauben im Alltag ganz praktisch bewähren. Nehmen wir uns die Aufforderung zu Herzen, kann es auch heißen, das anzupacken, was wir bislang vor uns hergeschoben haben. Denn das Gute kann auch das sein, was nicht leicht von der Hand geht. Das, wofür wir uns überwinden und trauen müssen. Das Gute kann auch bedeuten endlich das zu tun, was wir wirklich wollen. Oft fordert es Mut – doch gerade dort, wo wir uns trauen, kann Gottes Nähe neu spürbar werden.
Pastorin Laura Rot, Kirchengemeinde Warder