Zeit für Freiräume
Sommerferien – das klang für mich früher nach einer halben Ewigkeit. Zeit, auf Bäume zu klettern oder im Schatten zu liegen. Zeit, barfuß mit Freunden im Garten zu toben oder ein Buch in einem Rutsch zu lesen und dabei Kirschflecken auf den Seiten zu hinterlassen.
Auch heute liegt in den Ferien noch etwas von dieser Freiheit in der Luft. Doch nun bleiben nur noch wenige Ferientage. Der Alltag rückt näher.
Dann tröstet mich ein kleiner Gedanke: Was ist die Hälfte oder auch nur ein Zehntel von unendlich? Immer noch unendlich. Jeder Moment, in dem ich ganz bei mir bin, öffnet einen Freiraum. Ich kann ihn mit dem füllen, was mir guttut.
Jesus hat das vorgemacht. Er zog sich zurück, wenn ihm danach war, er machte Menschen gesund und verbrachte Zeit mit seinen Freunden. Er sagte: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht“ (Mk 2,27). Gott schenkt uns Freiräume zum Leben und Aufatmen.
In jeder Minute steckt Unendlichkeit. Unendlich wertvoll wird sie, wenn wir sie mit dem füllen, was uns und anderen guttut. Sommerferiengefühl in einer Fünf-Minuten-Pause – in der Schule, im Büro oder bei der Hausarbeit? Wir können es ja einfach einmal ausprobieren.
Pastorin Ute Parra, KG Preetz