Ev. - Luth. Kirchenkreis Plön-Segeberg

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Fragen und Antworten zur Schließung des Propsteialtenheims

Uns erreichten viele Fragen zu den Gründen für die Schließung des Propsteialtenheimes. Propst Dr. Havemann und Geschäftsführerin Dr. Kempe stehen Rede und Antwort

Warum hat sich der Kirchenkreis dazu entschlossen, im Sommer 2022 das Propsteialtenheim zu schließen?

Propst Dr. Daniel Havemann (DH): Es war eine Entscheidung, die allen Verantwortlichen ungeheuer schwergefallen ist. Der Grund für die Schließung ist vor allem der hohe Sanierungs- und Modernisierungsbedarf des Gebäudes. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf über sieben Millionen Euro und sind so hoch, dass sie durch den Sozialhilfeträger nicht refinanziert werden.

Geschäftsführerin Dr. Barbara Kempe (BK): Der Kirchenkreis ist sowohl in Preetz als auch in Bad Segeberg seit vielen Jahren in der Seniorenpflege engagiert und hat über die Jahre sehr viel Geld in die Einrichtungen an beiden Standorten investiert. Im Propsteialtenheim liegt aufgrund der hohen Kosten für eine Modernisierung eine ganz besonders schwierige Situation vor.

DH: Über Jahrzehnte hat der Kirchenkreis intensiv in die Arbeit und in das Gebäude investiert. Aber die jetzt notwendigen Dimensionen übersteigen unsere Möglichkeiten weit. Wir haben über zwei Jahre intensiv daran gearbeitet, einen Partner zu finden, der größer und finanzstärker ist als wir, um das Gebäude und die Trägerschaft für dieses Heim zu übergeben. Zeitweise waren wir optimistisch, dass das gelingen kann. Letztlich haben sich aber alle Optionen aus unterschiedlichen Gründen zerschlagen, was wir sehr bedauern.

Wie haben die Bewohnerinnen und Bewohner, die Angehörigen deren Angehörige und die Mitarbeiter des Propsteialtenheims reagiert?

DH: Es hat natürlich eine große Betroffenheit geherrscht, vielfach habe ich Trauer und Ärger über die Entscheidung gespürt. Ich verstehe gut, wie schmerzhaft das alles für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige und die Mitarbeitenden ist. Das belastet uns auch sehr.

BK: Die Gefühlslage wurde uns in vielen Gesprächen deutlich gemacht. Und gerade für die Menschen, die vor ihrem Einzug in das Propsteialtenheim in der Segeberger Südstadt gewohnt haben, ist es schwer, sich ein Leben woanders vorzustellen. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Gleichzeitig haben wir, wenn wir die Beweggründe für unseren Entschluss und den langen Weg dahin offengelegt haben, auch Verständnis wahrgenommen.

Wie unterstützt der Kirchenkreis in dieser Situation Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende?

DH: Wir unterstützen Bewohnerinnen und Bewohner bei der Suche nach einem neuen Heimplatz – egal, zu welchem Träger und an welchen Ort. Im Sommer eröffnet unsere evangelische Kirche mit dem Träger „Landesverein für innere Mission“ in Trappenkamp ein neues, modernes Haus. Wir haben mit der Schließung auf diese Eröffnung gewartet, damit alle Bewohnerinnen und Bewohner, die das wollen, hier einen neuen Platz bekommen können.

BK: Ebenso unterstützen wir die Mitarbeitenden. Wir versuchen so viele wie möglich in unseren Einrichtungen zu halten und helfen denen, die wechseln werden, nach Kräften, dass sie gut einen neuen Arbeitsplatz finden.

Was hat der Neubau eines Kirchenkreisverwaltungsgebäude mit der Schließung des Propsteialtenheims zu tun?

DH: Ich verstehe, dass beide Fragen in der Öffentlichkeit verknüpft werden, weil es in beiden Fällen um Gebäude und Investitionen geht. Wir müssen aber festhalten: Diese Verknüpfung ist falsch. Die Synode hat sich bei der Unterbringung der Verwaltung und anderer unserer Einrichtungen für einen Neubau entschieden, weil dieser langfristig preiswerter und nachhaltiger ist als eine Miete. Davon völlig unabhängig steht die Frage nach der Sanierung und Modernisierung des Propsteialtenheims: Hier fehlt uns eine Refinanzierung, weil die Regelungen auf Landesebene in Schleswig-Holstein – wie in vielen anderen Bundesländern auch – nicht kostendeckend sind. Auch, wenn sich die Synode bei der Verwaltung für eine Mietlösung entschieden hätte, hätte das an der bitteren Entscheidung, dass Propsteialtenheim zu schließen, nichts geändert.

Zieht sich der Kirchenkreis jetzt aus der diakonischen Seniorenarbeit komplett zurück?

BK: Nein, ganz und gar nicht. In Bad Segeberg werden wir mit dem Marienhof weiterhin aktiv sein. Hier ist es uns gelungen mit einer Weiterentwicklung des Konzeptes und der Aufnahme einer Tagespflege eine tragfähige Zukunftsperspektive zu schaffen. Gleiches gilt für unsere Pflegeeinrichtungen in Preetz. Darüber hinaus sind wir auf vielen sozialen Feldern mit Hilfe und Beratung aktiv, und davon profitieren auch Senioren.

DH: So ist es. Die diakonische Arbeit für Senioren bleibt auch in Zukunft ein wesentlicher Baustein unserer Arbeit im Kirchenkreis.