Dienstag, 18. August 2026
Am 19. August ist Welttag der Fotografie. Fotos halten Augenblicke fest. Wie gut, dass sie das können. Gefährlich wird es, wenn wir Menschen genauso behandeln: Ein missratener Satz, eine glänzende Leistung, eine schlechte Entscheidung, ein peinlicher Beitrag im Netz – und plötzlich bleibt von einem Menschen nur noch dieser eine Augenblick übrig.
Jesus begegnete Menschen, für die das Urteil der anderen längst feststand: dem Betrüger, der Kranken, dem Ausgestoßenen. Er redete nicht klein, was sie getan hatten, und nicht schön, was ihnen widerfahren war. Aber für ihn war niemand nur das Bild, das andere von ihm hatten. Bei ihm konnte ein Leben neu beginnen. Und das gilt bis heute.
Genau das berührt mich: Gott kennt jedes Bild von uns und hält keines für das endgültige. Du bist für ihn mehr als das Schlechteste, das du getan hast, mehr als das Schlimmste, das dir widerfuhr – und mehr als das Bild, das andere von dir gespeichert haben.
Menschen halten fest, was war. Gott hält offen, was aus dir werden kann.
Ralf Jenett, Pastor in Rickling und Wankendorf