Donnerstag, 8. Januar 2026
„Frieden und Segen im neuen Jahr, das wünschen euch ... Caspar, ... Melchior ... und Baltasar.“ Mit diesen Worten sollte unser Sternsingerauftritt im Sülfelder Altenheim enden. Der Name jeweils von demjenigen ausgesprochen, der den entsprechenden Heiligen König verkörperte. Doch statt „Caspar“ rief der erste ein entschlossenes „Cäsar“ in den Speisesaal. Auf meinen irritierten Blick hin fügte er ein: „Äh, Entschuldigung, Caspar,“ hinzu. „Kein Problem,“ sagt darauf der zweite Heilige König, „schließlich war Cäsar ja auch ein König.“ Zurück im Gemeindehaus wird der erste König für seinen „Cäsar“ ordentlich aufgezogen. An mich gewandt hält er dagegen: „Was soll das denn auch mit den Königskostümen? Haben Sie uns nicht erzählt, dass in der Bibel nicht von Königen, sondern von Sterndeutern die Rede ist?“
Tatsächlich könnte der Unterschied größer nicht sein: Ich stelle mir vor, dass auch schon vor 2000 Jahren Sterndeuter oder Astrologen eher belächelt wurden. Ganz im Gegensatz zu Königen, die zumeist Angst und Schrecken mit ihren Steuern und Kriegen verbreiteten. An der Krippe im Stall von Bethlehem aber wird niemand aufgezogen oder belächelt und alle sind gleich im Angesicht des neugeborenen Kindes. Die Weihnachtsbotschaft von der Liebe Gottes in das neue Jahr hinein zu übermitteln, ist die Aufgabe der Heiligen Drei – seien es nun Sterndeuter oder Könige. Die Sternsinger übernehmen dieser Tage ganz konkret (und vielleicht auch an Ihrer Tür) diese Aufgabe: „Heilige Könige kommen zu eurem Haus. Sie rufen die frohe Botschaft aus. Frieden bringen sie - und Segen. Der soll euch begleiten auf all´ euren Wegen.“
Pastor Fritsch, Kirchengemeinde Sülfeld