Mittwoch, 22. April 2026
Als ich meinen Kindern gestern aus meinem alten Astrid-Lindgren-Buch vorlas, wanderten meine Gedanken zwischendurch zu all dem, was mich gerade beschäftigt – Nachrichten, Gespräche, diese leise Unruhe. Und plötzlich standen sie nebeneinander: Die laute Welt da draußen und diese stillen Geschichten von Mut, Freundschaft und Vertrauen. Da ist Ronja, die mit klopfendem Herzen vor der Schlucht steht – und trotzdem springt. Nicht ohne Angst, sondern mit ihr. Da ist Mio, der endlich hört: „Du bist gemeint.“ Und da ist Pippi, die lacht, wo andere den Kopf schütteln und sich nicht einreden lässt, sie sei falsch. Diese Geschichten sind keine Flucht. Sie können daran erinnern daran, dass Mut wachsen kann, dass Gesehenwerden Kraft gibt, dass Freude Widerstand sein kann. So ähnlich erzählt auch mein Glaube von Hoffnung: Nicht als großes Versprechen, das alles sofort gut macht. Sondern als etwas, das mitten im Alltag aufblitzt: Wenn jemand den ersten Schritt wagt, wenn ein Mensch einen anderen wirklich sieht oder wenn ein Lachen die Schwere durchbricht. Hoffnung sagt nicht: Alles wird leicht.
Aber sie sagt: Du bist gemeint. Geh los – auch mit klopfendem Herzen.
Pastorin Yasmin Glatthor, Ev. – Luth. Kirchengemeinde Preetz