Mittwoch, 15. April 2026
Jeder kennt dieses Kinderspiel von unendlichen langen Autofahrt mit Kindern. Dann soll erraten werden, was einer sieht; und zwar von einem, der es nicht sehen kann – jedenfalls im ersten Moment. Manchmal ganz schön kniffelig. Meine Kinder waren da oft am Verzweifeln, aber beschäftigt. Dann großes Erstaunen, oft bis zur Empörung, wenn nicht erraten wird, was gesucht wurde, und tatsächlich nicht jedem offensichtlich war, als es bekannt gegeben wird.
„Ich glaube es nicht, wenn ich es nicht selbst sehe.“ Kein Kinderspiel dieses Mal – sondern ernsthafter Zweifel eines Erwachsenen mit Namen Thomas. Er glaubt nicht, was die anderen sagen. „Wir haben ihn gesehen! Jesus ist auferstanden! Er ist zurück.“ Thomas braucht einen Sichtbeweis. Ihm reicht es nicht zu hören und zu glauben. Ihm reicht nicht: „Wir haben gesehen, was du nicht gesehen hast.“
Und dann wird ihm sein Zweifel genommen. Jesus zeigt sich noch einmal, nur ihm. Für Thomas das, was er brauchte. Für alle anderen gilt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“
Das ist die christliche Überzeugung „Ich glaube etwas, was du nicht siehst.“ Tiefe innere christliche Überzeugung.
Ich glaube was, was Du nicht siehst. Nicht, weil ich blind bin. Sondern weil ich mich tragen lasse – von Zeugnis, von Gemeinschaft, von kleinen Zeichen, von einem Christus, der sagt: „Friede sei mit euch.“
Pastor Alf Kristoffersen, Kirchengemeinde Wahlstedt