Donnerstag, 8. Oktober 2026
Wir leben in einer Welt der schnellen Pflaster. Wenn etwas wehtut – sei es im Körper oder in der Seele –, suchen wir nach der raschesten Lösung, um schnell wieder „zu funktionieren“. Doch manche Wunden sitzen tiefer. Enttäuschungen, Sorgen um die Zukunft oder die Last des Alltags lassen sich nicht einfach wegerklären, lassen sich nicht schnell heilen.Das wäre die Flucht in falsche Illusionen. Und das wusste schon Jeremia. Er setzt dagegen: Wirkliche, tiefe Heilung können wir uns nicht selbst verordnen. Sie ist ein Geschenk.Wenn Jeremia betet „Heile du mich...“, dann legt er sein ganzes, unvollkommenes Leben in Gottes Hände. Er bittet nicht nur darum, dass ein Symptom verschwindet, sondern dass sein ganzes Wesen wieder heil wird. Er sucht nach Einklang mit Gott, mit den Mitmenschen und mit sich selbst.Jeremia setzt darauf: Gottes Hilfe ist kein Versprechen auf ein leidfreies Leben, aber ein Versprechen auf Seine Gegenwart. Wo Gott im Innersten uns berührt, da beginnt das Heilen. Da dürfen wir aufatmen und loslassen, weil wir wissen: Bei ihm sind wir im tiefsten Sinne geborgen.
Pastor Alf Kristoffersen, Kirchengemeinde Wahlstedt